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Aderlass

Aderlass nach Hildegard von Bingen

Die Aderlasstherapie gehört zum Therapiewissen aller alten Kulturen. Das klassische Verfahren zur „Blutentziehung“ wurde früher oft übertrieben und bei falscher Indikation angewandt. Lange vergessen bekommt der Aderlass heutzutage wieder Bedeutung in der Medizin.

Die in der Mitte des 12. Jahrhunderts lebende Abtissin Hildegard von Bingen wusste bereits damals, zu Zeiten der Säftelehre, den Aderlass zu schätzen.

Das Besondere des Hildegard Aderlasses erfahren Sie hier.

In der modernen Naturheilkunde macht man sich die Wirkung des Aderlasses zu Nutze, denn zahlreiche Krankheiten werden von den Fließeigenschaften des Blutes entscheidend beeinflusst. Diese Fließeigenschaften werden mit dem Aderlass auf einfache und schonende Weise deutlich verbessert

Indikationen

  • Krankheiten bei denen der Prozentsatz fester Blutbestandteile über 40 liegt wie Polyglobulie, Polyzythämia vera Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) etc.
  • Stoffwechselerkrankungen wie Gicht, Adipositas ( Übergewicht) , Diabetes mellitus, Hyperlipidämie (erhöhte Blutfettwerte), einige Herzkreislauferkrankungen und periphere und zerebrale Durchblutungsstörungen (Schlaganfallprophylaxe).
  • Erkrankungen mit venöser Stase, bspw. retinale venöse Durchblutungsstörungen (Durchblutungsstörung der Augen), variköser Symptomenkomplex (Krampfadern)

Viele Patienten kommen mit „Fülle“- Symptomen zu uns. Beschwerden wie die sich in Form von Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrgeräuschen , Atembeschwerden und Schweißausbrüchen bis hin zu Zeichen Kardialer Insuffizienz (Herzschwäche), deuten auf mehrere Risikofaktoren hin. Hier empfiehlt sich der Aderlass als vorbeugende Maßnahme.

Kloster St. Hildegard, Bingen am Rhein, Quelle H.Frenzel

Wann ist der richtige Zeitpunkt ?

Der hildegardische Aderlass hat nur vom ersten bis sechsten Tag nach Vollmond seine volle Wirkung. Der Anteil der Melanche (schwarze Galle) hat dann seine höchste Konzentration im Blut erreicht.

Wie wird der Aderlass ausgeführt ?

Früher wurde mit einem Messer eine der Armvenen “geritzt”. Heute verwenden wir eine feine, sterile Kanüle. Die Kopf, Leber oder Mittelvene unterscheide ich heutzutage bei der Abnahme nicht mehr. Die Anatomie des Mittelalters ist dahingehend überholt.

Meistens kann man nach (nur) 80 - 120 ml bereits einen Farbumschlag im Blut erkennen, so dass der Aderlass beendet werden kann. So bleiben die guten Säfte erhalten, der Körper wird entlastet und nicht geschwächt.

Wie oft und Wer ?

Ab dem 30. Lebensjahr kann je nach Diagnose begonnen werden. Frauen mit normaler Regel können ein- bis zweimal pro Jahr, Frauen in den Wechseljahren und nach Totaloperationen zwei- bis viermal pro Jahr zur Ader gelassen werden. Männer ohne gesundheitliche Probleme zweimal pro Jahr, Männer mit gesundheitlichen Problemen zweimal bis viermal pro Jahr. Frauen ihr Leben lang, Männer bis etwa zum 70. Lebensjahr.

Vor dem Aderlass muß ein ausführliches Gespräch und eventuell eine kleine Blutuntersuchung zum Ausschluß der Kontraindikationen geführt werden. Wenn sie Fragen haben, rufen Sie mich an.